Das Leben und Ich…
Was gibt’s Neues? Eigentlich nicht genug, um darüber einen Blogeintrag zu schreiben.
Trotzdem – nachdem die letzten Artikel eher sehr bildlastig waren, hier ein paar Gedanken von meiner Seite. Es ist nicht ganz so leicht, Sonne im Herzen zu tragen, wenn’s draußen regnet und stürmt. Die morgendliche Fahrt zur Arbeit ist ein Hochleistungsakt zwischen Nebellicht aktivieren / deaktivieren, Scheibenwischer auf langsam / schnell / sehr schnell schalten, einen Radiosender finden, der trotz heftigem Regen störungsfrei sendet, und die Heizung auf 22 – 26° drehen.
Im Büro versuche ich, meinen Vitamin D-Bedarf mit künstlichem Licht zu stillen – ein bisschen Sonne wäre hier eindeutig die bessere Medizin. Und auch auf’s Gemüt wirken sich die grau-grauer-am grausigsten Maitage aus: “November”melancholie statt Maifreuden, heiße Schokolade im Kaffeehaus statt kühler Radler am Salzachufer. Die rettende Idee: Warum nicht das verlängerte Pfingstwochenende in Südtirol verbringen?
Deshalb geht’s heute noch ab in den Süden. Und um das klar zu stellen: Auf dem Brenner kann es meinetwegen stürmen und schneien, aber im Überetsch erwarte ich Sonnenschein, knallblauen Himmel und meinetwegen auch die ersten Zanzare (für deutsche Leser ohne südtirolerisch-italienischem Hintergrund: Moskitos, Mücken, Gelsen. Übrigens ein Wort, das meines Erachtens nach in jede Sprache aufgenommen gehört. “Zzzzanzzzzara”, das klingt doch förmlich nach diesen Insekten, die das Einschlafen unmöglich machen, wenn sie wie kleine Helikopter im Schlafzimmer herumschwirren).
Um nochmal zurück auf’s Wetter zu kommen: Bei all dem Gejammere über die aktuelle Kalt- und Störungsfront wurde beim wöchentlichen Chor-Stammtisch (eine gemütliche Runde, die nach der gemeinsamen Chorprobe auf einen Zweigelt / Radler / Tee / naturtrüben Apfelsaft geht und enthusiastisch dies und jenes diskutiert) die These aufgestellt, der Vulkan sei schuld. Immerhin sei es in den vergangenen Jahrtausenden nach solchen Ereignissen immer wieder zu klimatischen Veränderungen gekommen, betonte unsere Geografin. Die sog. “Zwischen-Eiszeit” von 1400-1900 sei ein gutes Beispiel dafür (solche Dinge lernt man eben auch im Kaffeehaus). Mein Argument, dass der Vulkan niemals so viel Zerstörung angerichtet habe wie die Flugzeuge das hätten, wären sie alle geflogen, wird vom Kellner mit einem Lächeln quittiert. Als er dann später den Zweigelt bringt, meint er verlegen: “Entschuldigen Sie, darf ich fragen, woher Sie kommen. Sie haben so einen lustigen Akzent.” Lautes Gelächter – vor allem deshalb, weil der Kellner ganz eindeutig “Österreicher mit Migrationshintergrund” ist und tiefstes Türken-Deutsch spricht. Jedenfalls: Auch so wird man daran erinnert, dass man sich eigentlich im “Ausland” befindet…
Das war’s auch wieder für heute – hoffentlich folgt bald ein (mit vielen bunten Fotos, auf denen blauer Himmel, Sonne, Seen, Blumen zu sehen sind, bebilderter) Bericht über meinen “Heimat-Urlaub”!



