Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…
Gerade erst haben wir unsere braungebrannten Beine im rauschenden Bach gekühlt, unsere Sonnenbrillen auf Hochglanz poliert, unsere Lieblings-Shorts gebügelt. Gerade erst haben wir uns ein Plätzchen auf duftenden Sommerwiesen gesucht, uns ins hohe Gras gelegt und den vorbeiziehenden Wolken am tiefblauen Himmel nachgeschaut. Gerade erst sind wir übermütig in den Almkanal gesprungen, haben uns vom eiskalten Wasser zur nächsten Brücke treiben lassen und uns am Geländer aus dem Bach gezogen. Gerade erst sind wir in der Abendsonne gesessen und haben lauwarmen Radler aus der Dose getrunken. Gerade erst haben wir Wanderkarten studiert, unsere Rucksäcke gepackt und sind schwitzend hinauf auf einen angenehm kühlen Berggipfel…
Und heute habe ich einen Adventskranz geflochten (den ersten für die eigene Wohnung übrigens). Das Jahr ist (viel zu schnell) vergangen, die Zeit verflogen. Und alle Jahre wieder kommt die Adventszeit überraschend, nur noch 25 Tage bis Weihnachten. Auf dem Christkindlmarkt gibt es Glühwein und Punsch (und die Medien betonen immer wieder, dass die Standbetreiber heuer auch Bier und andere kalte Getränke im Sortiment haben). In den Geschäften werden seit kurzem die altgedienten Platten (oder CD’s) mit den immer gleichen Weihnachtshits rauf- und runtergespielt.
Obwohl sich bei mir bisher weder Weihnachts- noch Winterstimmung eingestellt haben – ich bin gewappnet. Ich bin bereit, mir mit Freunden Schneeballschlachten zu liefern, mit Stefan durch einen Winterwald zu stapfen und meine frierenden Finger an einer Tasse Glühwein zu wärmen. Ich freue mich darauf, mit einer dicken Wollhaube auf dem Kopf durch die weihnachtlich geschmückten Straßen von Paris zu schlendern und heiße Schokolade zu schlürfen. Ich kann es kaum erwarten, mit meiner Familie die Traditionen der Weihnachtszeit zu be- und erleben.
Ich warte, Winter!