Nachrichten getagged: Lebensgefühl

Glücks-Momente am Straßenrand

Von Ingrid, 22. August 2009 20:10

Masten

Glücksmomente liegen oft näher als man denkt. Vor allem aber versteckt sich Schönheit oft hinter Dingen, die auf den ersten Blick hässlich und überflüssig wirken. Diese Abendstimmung haben wir auf der Heimfahrt von einer Grillerei in Oberösterreich eingefangen.
Hochspannungsleitungen finden wohl nur die wenigsten Menschen so richtig schön (es sei denn, man ist stolzer Eigentümer eines hochdotierten Energieunternehmens oder Vorstandsmitglied eines Elektrizitätswerkes). Die Strommasten samt dazugehöriger Leitungen erinnern uns daran, dass auch vor uns schon Menschen scheinbar unberührte Landstriche entdeckt haben. Die Leitungen sperren einen makellos blauen Himmel ein, stören beim Fotografieren das Landschaftsbild.
An diesem besonderen Abend aber haben uns die Gebilde fasziniert: Seltsame Bäume aus einem Jahrhundert irgendwann in der Zukunft, die sich den Wolken entgegenstrecken und mit ihren Ästen ein Netz über die Erde spinnen.

Hört sich in Worte gefasst bedrohlich an – wirkte vom Straßenrand aus gesehen aber unglaublich friedlich…

Königin der Welt

Von Ingrid, 17. August 2009 14:26

“Wir gehen in die Berge, weil wir das Gefühl haben, ganz oben bei uns sein zu können. Weil wir uns als Teil eines größeren Ganzen verstehen.” (Tom Dauer)

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Es sind jedesmal die gleichen Fragen: Warum tue ich mir das an? Warum genieße ich den wolkenlosen Tag nicht am See? Warum schleppe ich mich stattdessen schnaufend und schwitzend auf einen Gipfel? Und warum wird der Rucksack mit jedem Schritt schwerer?

Einige Antworten liegen nahe: Bergsteigen ist gut für die Fitness, für die Figur, für die Gesundheit. Beim Bergsteigen wird ein sonniger Tag optimal genutzt, weil man sich von morgens bis abends im Freien aufhält. Die frische Luft auf einem Berg ist für meine Lungen eine willkommene Abwechslung zu Smog und Abgasen. Wer auf einen Berg geht, entdeckt die Landschaft neu, sieht die Welt aus einer anderen Perspektive.

Aber es ist nicht nur die räumliche Perspektive, die sich verändert. Auf dem Hasenöhrl (3257 Meter) habe ich am Wochenende wieder einmal festgestellt: Freiheit liegt häufig über der Baumgrenze. Die schroffe Schönheit der Berge lässt die Sorgen und Probleme eines einzelnen Menschen in den Hintergrund treten. Angesichts der unberührten Natur fühlt man sich auf dem Gipfel klein und unbedeutend, und doch ist man plötzlich Königin der Welt. Schaut man über die Wolken hinweg auf die umliegenden Bergketten, hat man das Gefühl, man könne alles erreichen.

Für dieses Gefühl nehme ich die Mühen des Aufstiegs, das Schwitzen und Schnaufen, das Pochen in den Schläfen und den schweren Rucksack gerne immer wieder auf mich.


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