Wie versprochen: “Das Wochenende der Ingrid K. in Südtirol”
Warm hüllen die Sonnenstrahlen mich ein, das lange Gras kitzelt meine Beine. Schmetterlinge flattern von Blüte zu Blüte, weiße Wattewolken ziehen über einen wirklich knallblauen Himmel. Es riecht nach Wald, nach den frischen Trieben an den Lärchen. Obwohl Stefan und mein Dad mit dem alten Traktor hin und her fahren und Stämme und Äste von einem Holzstoß auf den anderen wuchten, hab ich das Gefühl, dass es ganz ruhig und friedlich ist. Wieder einmal wird mir bewusst, wieviele Vorteile ein Leben auf dem Land hat.

Gut, wenn ich am Samstagmorgen noch einen Liter Milch brauche, schnell eine Zahnpaste besorgen muss oder auch einfach nach dem Fortgehen zu Fuß heimgehen will, dann bringe ich dem Stadtleben meine tiefste Wertschätzung entgegen. Aber auf einer Bergwiese zu liegen, ganz abzuschalten, abgeschnitten von Internet- oder Handyverbindung – das hat doch was.

Und so genieße ich die Tage in Südtirol in vollen Zügen: Abendliches Pizza-Essen mit der Familie, mit Oma einen Eisbecher auf der sonnigen Terasse verdrücken, wandern, entspannen und junge Kätzchen streicheln. Im wunderschönen Garten meiner Eltern auf einem Liegestuhl liegen, mit meinem Bruder “coole Fotos” schießen, an Blumen riechen und mit einem guten Glasl Weißen den Vormittag abschließen und das Mittagessen beginnen.

Es ist gar nicht so schlimm, dass der Schlaf eher zu kurz kommt an diesen vier Urlaubstagen (bzw. in den Nächten). Denn wie oft hat man schließlich die Chance, einen faszinierenden Sonnenaufgang über dem Schlern zu fotografieren oder um Mitternacht mit einem alten Freund auf einem original Südtiroler Feuerwehrfest ein “Giggerle” zu verdrücken (falls es LeserInnen gibt, die noch nicht mit der Südtiroler “Hühnerfamilie” vertraut sind, hier bitte: Ei = Goggele / Küken = Pisele, Pullele / Henne = Henn / Hahn = Gigger / toter Hahn bzw. Brathendl = Giggerle)?
Keine Ahnung, ob das Heimatverbundenheit oder Urlaubsflair ist, das aus mir spricht, aber: Südtirol (und vor allem das Überetsch/Unterland, also der südliche Teil, in dem ich aufgewachsen bin) gehört ganz gewiss zu den schönsten Flecken auf dieser Erde. Vor allem, wenn die Sonne scheint und Temperaturen an der 30°C-Marke das Herz wärmen.








