Die Sprache des Glücks

Von Ingrid, 30. April 2010 19:51

Wuserl

Dich jeden Morgen wieder verwundert entfalten. Tief Atem holen.
Dich voll Licht strömen lassen.
Begeistert das Leben umarmen. Jeden Morgen wieder dein Gesicht sehen lassen.
Den Bäumen, den Blumen, den Wolken zuwinken.
Du hast Glück.
Wieder ein Tag – ein Tag deines Lebens.

- Hans Baumer -

Sommer schnuppern

Von Ingrid, 19. April 2010 22:47

Durch hellbraunen Sandstrand stapfen, Vögel beim Zwitschern beobachten und einer kleine Eidechse zuschauen, die sich neben uns in der Sonne aalt – ein wunderschönes Wochenende liegt hinter uns. Beinahe sommerlich-ferienhaft hat es sich angefühlt, am bayrischen Chiemsee spazieren zu gehen. Schilf, Sand und Muscheln erinnern stark an Sommer, Sonne und Süden.

boot

Der kleine Überseer Hafen samt Bootswerft und Strandkneipe schaut eigentlich genau so aus, wie ich mir Ost- oder Nordsee-Orte vorstelle. Gemütlich sitzen ältere Männer zusammen, trinken Bier und beobachten die jüngeren Generationen beim Netze und Boote flicken, Planken streichen und Deck schrubben. Laut kreischen die Möwen, bevor sie sich wie Kamikaze-Flieger ins Meer stürzen, um dann doch wieder wohlbehalten in den Himmel zu fliegen. Im Strandcafé liegen auf Liegestühlen Liebespaare, die genüsslich einen Latte Macchiato oder einen Prosecco schlürfen.

Hafen

Wir verabschieden uns nach einem gemütlichen Häferlkaffee vom Trubel und machen uns auf den Weg, das Naturschutzgebiet rund um die Mündung der Tiroler Ache in den See zu erkunden. Hier wimmelt es nur so von Tieren, die sonst in unseren Breiten gar nicht so oft gesichtet werden. Dutzende Kleiber laufen an den dicken Stämmen jahrhunderte-alter Bäume auf und ab. Es ist recht lustig, den Tieren beim Nach-Unten-Laufen zuzuschauen. Die vielen Schmetterlinge sind bunt und wunderschön anzuschauen, und erinnern mich wieder einmal daran, warum sie meine Lieblingstiere sind. In der klaren warmen Luft von einer Blüte zur nächsten flattern, unbeschwert und fröhlich mit anderen Schmetterlingen in der Luft tanzen… Was für ein Leben!

schmetterling

Eine wunderschön gemusterte Zauneidechse sonnt sich mitten auf dem Weg und reckt uns neugierig ihr grünes Köpfchen entgegen. Im See plantschen währenddessen zwei Haubentaucher. Unglaublich, wie lange sie es schaffen, unter Wasser zu bleiben. Und das spannendste: Wir beobachten zwei ausgewachsene Ringelnattern beim Liebe-Machen. Mir hat die Begegnung mit einer echten, meterlangen Python im australischen Dschungel ganz eindeutig geholfen, meine Schlangenphobie zu bekämpfen. Interessiert beobachte ich die zwei Ringelnattern, bis sie sich irgendwann gestört fühlen und die größere die Flucht ergreift (und die ist ein ganz schöner Brocken, der sich überraschend schnell bewegt). Ganz geheuer sind mir die Viecher doch nicht, wenn sie sich so schnell und lautlos bewegen.

Echse

Ein langer Tag am Chiemsee eignet sich jedenfalls ganz wunderbar, abzuschalten und Kraft zu tanken. Es wird bestimmt nicht bei diesem einen Besuch bleiben!

strand

Ostern mal anders – Wien und mehr

Von Ingrid, 11. April 2010 18:23

“Wien hat lauter Wahrzeichen und jeder Wiener fühlt sich als solches.”

Diese Aussage von Karl Kraus trifft den Nagel auf den Kopf. Egal ob auf dem Karls- oder auf dem Stefansplatz, in der S- oder in der U-Bahn: In Wien tummeln sich jede Menge seltsame, einzigartige Menschen. Stundenlang könnte man hier Straßenmusikanten, herausgeputzte alte Damen oder eine Gruppe Erwachsener in rosa Plüschhasen-Kostümen (nein, kein Scherz!) fotografieren. Schade eigentlich, dass Menschen nicht so mir nichts, dir nichts auf Speicherkarte gebannt werden können… Und jedes dieser lebendigen Wahrzeichen um ein Foto zu fragen, wird auf Dauer anstrengend.

karlsplatz

Doch Wien hat auch sonst einiges zu bieten. Der Stephansdom ist sowohl von außen als auch von innen ein beeindruckendes Zeichen kirchlichen Reichtums und religiöser Macht. Steht man zwischen den hohen Säulen, kann man sich recht gut vorstellen wie einschüchternd Religion in früheren Zeiten auf die Menschen gewirkt haben mag.

schönbrunn

Und auch Wiens zweites berühmtes Bauwerk, das Schloss Schönbrunn, ist alles andere als eine bescheidene Unterkunft. 1441 Zimmer hat Schönbrunn, das sind ganze 1439 mehr, als Stefan und ich zum Leben brauchen. Um eines sind wir allerdings neidisch – um den großen Tiergarten, in dem über 500 Tierarten eine wunderschöne Heimat gefunden haben. Nicht, dass man unbedingt in den Zoo gehen müsste, um tierische Action zu erleben. Immerhin hetzen die handzahmen Eichkätzchen überall im Schlosspark umher, kundschaften eifrig aus, welcher Besucher die besten Leckereien bietet. Wir können da leider nicht mithalten, gut, dass zwei Frauen neben uns die kleinen hektischen Nager mit Studentenfutter versorgen. Und auch die schwarz-grauen Nebelkrähen sind alles andere als menschenscheu. Sie fliegen von einem Ast zum nächsten, flanieren die Alleen entlang und genießen genau so wie die zahlreichen Spaziergänger erste wirklich frühlingshafte Tage.

eichkatzl

Ich genieße diesen Wien-Besuch in vollen Zügen: Ein Bummel über den einzigartigen Naschmarkt (ein köstliches israelisches Frühstück mit viel Hummus und ofenfrischem Brot darf nicht fehlen. Kulinarische Vielfalt ist etwas, das in Österreich ohnehin viel zu kurz kommt.), ein ausgedehnter Einkaufs-Vormittag und das Beste: Musical im Ronacher.

naschmarkt

Die Karten für den “Tanz der Vampire” habe ich von Stefan zu Weihnachten bekommen – an dieser Stelle an alle ratlosen potentiellen Schenker und Schenkerinnen: So ein Geschenk ist für jede, die im Entferntesten so tickt wie ich, absolut genial! Das Bühnenbild ist ein Wahnsinn und das Ensemble singt, tanzt und spielt auf höchstem Niveau.

Fazit: Ein sehr schönes Osterwochenende inklusive Schokokuchen am Sonntagmorgen auf der Autobahnraststätte. Den Perdoniger Umtrunk und das traditionelle Fest mit der Familie habe ich natürlich vermisst, der Osterhase war aber auch in Oberösterreich (am Sonntagmorgen ging’s von Wien nach Schwertberg) sehr sehr brav. Habe inzwischen zwar einen Schoko-Schock, aber 40 Tage ohne Süßspeisen müssen schließlich aufgeholt werden… ;-)

pfau

nebelkrähe

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