Frühlingserwachen

Von Ingrid, 23. März 2010 20:39

* Zartgrüne Grashalme, die sich mutig der Sonne entgegenstrecken
* Sonnenstrahlen, die warm das Gesicht streicheln
* ein lauer Windstoß
* der erste bunte Schmetterling nach Monaten
* pralle Knospen, die jeden Moment platzen und ein junges Buchenblatt freigeben können
* eine Bachstelze, die am Teich vor meinem Bürofenster aufgeregt mit den Algen spielt
* Hitzewallungen, wenn ich einen Pullover an habe – Kälteschock, wenn ich ihn ausziehe
* Wattewolken, die ganz eindeutig eines sind: nämlich nicht mit Schnee gefüllt
* ein Abendspaziergang nach der Arbeit – und es ist noch nicht dunkel!
* Musik, die mich mental auf den Sommer vorbereitet
* Vogelgezwitscher am Morgen
* Krokusse, Schneeglöckchen und Himmelschlüssel, die viele kleine bunte Punkte in die Wiese zaubern
* ein Mittagspausen-Spaziergang, bei dem ich die Jacke ausziehen muss, weil ich sonst ins Schwitzen komme
* Sonnenbrille
* die Vorfreude auf’s Ende der Fastenzeit und das Wissen, dass ich am Ostersonntag nie soviel Kuchen verdrücken kann, wie ich gerne möchte
* die Klimaanlage beim Autofahren, weil sich der kleine schwarze Polo in der Sonne so aufgeheizt hat

huflattich

vögel

krokus

Durch neue Augen

Von Ingrid, 11. März 2010 23:45

Eine Winterlandschaft kann man durch viele Augen sehen: durch Augen, die schon viel erlebt haben und mit der verschneiten Landschaft schöne Erinnerungen verbinden. Durch Augen, die mit Staunen die ersten Schneeflocken sehen, das erste Mal das blendende Weiß erfassen, sich fragen, wo all die kalte Pracht herkommt. Durch Augen, die Schnee vor allem mit rutschigen Straßen und spiegelglatten Gehsteigen verbinden. Durch Augen, die sich in Gedanken bereits auf einer Rodel die Hänge herunterflitzen sehen. Durch Augen, die fachkundig nach den besten Flanken im Gelände suchen, über die man sich auf Skiern dem Tal entgegenschwingen kann, ohne eine Lawine auszulösen.

Oder eben durch Augen, die bei einer Lichtstärke von 4,5 – 5,6 eine Brennweite von bis zu 400 mm haben. Heißt übersetzt: Die Fotos, die mit diesem Teleobjektiv geschossen werden, sind einfach nur genial! Hier eine kleine Kostprobe… :-)

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perlen

gras

fliegen

Auf breiten Sohlen der Ruhe entgegen

Von Ingrid, 3. März 2010 00:00

Ungewohnt sind die ersten Schritte, breitbeinig stapfe ich den ausgetretenen Pfad entlang. Plump setze ich einen Fuß vor den anderen, spüre wie die Eisenspikes der Schneeschuhe sich in den Boden bohren. Doch schon nach wenigen Metern automatisiert sich die Bewegung, fast vergesse ich die ovalen Teile unter meinen Füßen.

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Die einfache, aber höchst hilfreiche Erfindung wurde schließlich über Jahrhunderte erprobt und weiterentwickelt: Was bei den Inuit oder den Indianern in Nordamerika aussah wie ein Tennisschläger, der unter den Schuh gespannt wird, ist heute ein Hightech-Wunder. Rot, blau, violett leuchtet es von den Füßen der Wanderer, die uns entgegenkommen. Die modernen Schneeschuhe sind ultraleicht, haben Eisenstifte an der Sohle und sogar eine Steighilfe für steilere Wegstücke.

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Und so stapfen wir dahin, vom Parkplatz Zumis über die Rodenecker Alm bis hinauf aufs Astjoch (2194 m). Der Tag ist ideal zum Wandern: Der Schnee reflektiert die warme Sonne, tausende Eiskristalle glitzern und glänzen um die Wette. Der Himmel ist tiefblau, es ist still, das Panorama atemberaubend.

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Klar, dass da der ein oder andere Fotostopp nicht fehlen darf. Während die ältere, trainiertere Generation schnellen Schrittes dem Gipfel entgegenstrebt (und diesen auch rund fünf Minuten vor uns erreicht), bleiben Stefan und ich immer wieder stehen. Weitwinkel, Immerdrauf, Weißabgleich, Blende – Fotografieren bei diesen Lichtverhältnissen ist eine Herausforderung. Der Schnee scheint übermächtig, es ist zu hell, als dass man ohne Sonnenbrille etwas erkennen kann.

Das führt übrigens auch dazu, dass wir am Abend beim Pizzaessen mit Freunden ausschauen wie zwei Waschbären – allerdings mit umgekehrter Färbung. Das Gesicht rot-braun gebrannt, die Augen weiß umrandet…

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Abschalten kann man beim Wandern durch die Winterlandschaft. Den Kopf frei bekommen vom Alltag. Sich ganz auf’s Hier und Jetzt konzentrieren; die Gedanken schweifen lassen, bis da schließlich nichts mehr ist. Einen Fuß vor den anderen setzen, tief ein- und ausatmen, sich dem Ziel nähern.

“Woran denkst du?” “An Nichts.” Wunderschön, wenn das nicht nur eine Floskel ist, sondern tatsächlich der Wahrheit entspricht.

Die schönsten Fotos gibt’s wie immer auf Stefans Photostream

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