Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

Von Ingrid, 30. November 2009 21:42

IMG_2931Gerade erst haben wir unsere braungebrannten Beine im rauschenden Bach gekühlt, unsere Sonnenbrillen auf Hochglanz poliert, unsere Lieblings-Shorts gebügelt. Gerade erst haben wir uns ein Plätzchen auf duftenden Sommerwiesen gesucht, uns ins hohe Gras gelegt und den vorbeiziehenden Wolken am tiefblauen Himmel nachgeschaut. Gerade erst sind wir übermütig in den Almkanal gesprungen, haben uns vom eiskalten Wasser zur nächsten Brücke treiben lassen und uns am Geländer aus dem Bach gezogen. Gerade erst sind wir in der Abendsonne gesessen und haben lauwarmen Radler aus der Dose getrunken. Gerade erst haben wir Wanderkarten studiert, unsere Rucksäcke gepackt und sind schwitzend hinauf auf einen angenehm kühlen Berggipfel…

Und heute habe ich einen Adventskranz geflochten (den ersten für die eigene Wohnung übrigens). Das Jahr ist (viel zu schnell) vergangen, die Zeit verflogen. Und alle Jahre wieder kommt die Adventszeit überraschend, nur noch 25 Tage bis Weihnachten. Auf dem Christkindlmarkt gibt es Glühwein und Punsch (und die Medien betonen immer wieder, dass die Standbetreiber heuer auch Bier und andere kalte Getränke im Sortiment haben). In den Geschäften werden seit kurzem die altgedienten Platten (oder CD’s) mit den immer gleichen Weihnachtshits rauf- und runtergespielt.

Obwohl sich bei mir bisher weder Weihnachts- noch Winterstimmung eingestellt haben – ich bin gewappnet. Ich bin bereit, mir mit Freunden Schneeballschlachten zu liefern, mit Stefan durch einen Winterwald zu stapfen und meine frierenden Finger an einer Tasse Glühwein zu wärmen. Ich freue mich darauf, mit einer dicken Wollhaube auf dem Kopf durch die weihnachtlich geschmückten Straßen von Paris zu schlendern und heiße Schokolade zu schlürfen. Ich kann es kaum erwarten, mit meiner Familie die Traditionen der Weihnachtszeit zu be- und erleben.

Ich warte, Winter!

Salzburg an einem November-Wochenende

Von Ingrid, 15. November 2009 17:18

Salzburg an einem Wochenende im November. Es ist angenehm mild an diesem Vormittag. Die Sonne scheint (noch! Zwei Stunden später hängen dicke graue Wolken über der Stadt). Der Tag verlockt dazu, Karla Kolumna zu spielen. Hinaus zu gehen auf die Straße, in die Parks, an die Seen der Stadt. Leute zu beobachten, zu belauschen, das Leben in Salzburg einzufangen. Und als Fotostrecke in meinem Blog mit euch zu teilen…

Mond
Ein Tag, der nicht nur mit Sonne, sondern auch mit Mond beginnt, muss gut werden… Im Volksgarten beobachte ich einen älteren Herrn beim Tai Chi. An sich nichts ungewöhnliches – wäre da nicht der Hund, der seinem Herrchen voll Freude Gesellschaft leistet. Das Tier liegt auf dem Rücken und streckt alle vier Beine von sich, wenn sein Herrchen innehält. Sobald der Mann die Übungen weiter ausführt, rudert auch sein Hund mit allen vier Pfoten wild durch die Gegend. Manche haben einen Wachhund, andere einen Jagdhund und ganz selten hat jemand einen Tai-Chi-Hund… :-) Man möge mir verzeihen, dass ich von diesem “Gemeinschaftsturnen” kein Foto gemacht habe – ich wollte die zwei bei ihrer meditativen Tätigkeit nicht stören.

Herbstspaziergang

Ein Spaziergang durch das raschelnde Herbstlaub wärmt die Seele. Von einer der Bänke am Salzach-Ufer aus beobachte ich die Passanten. “Ich lerne zur Zeit nur Skorpion-Männer kennen”, beklagt sich eine junge Frau bei ihren Freundinnen. Ein Mann bringt seine Freundin zum Lachen, als er ihr etwas ins Ohr raunt. Und die alte Dame nickt mir freundlich zu, eine Hand auf dem Rücken verschränkt, in der anderen den Gehstock.

MaroniMann

Der “Maroni-Mann” ist schwer beschäftigt: Dem Geruch von heißen Kastanien können nur wenige widerstehen, und das, obwohl eine kleine Tüte nicht gerade billig ist. Doch der Mensch muss sich etwas gönnen – bleibt nur zu hoffen, dass die Würmer nicht schon zuerst am Werk waren!

Prangerschützen

Prangerschützen gibt es in Salzburg bereits seit dem 12. Jahrhundert. Die Männer (und Frauen) in den altertümlichen Uniformen sind ein Augenschmaus – vor allem für Touristen mit Fotoapparaten. Als die Schützen dann drauf los böllern, springt der junge Italiener neben mir erschrocken zwei Schritte zurück und mindestens einen in die Höhe: “Ma perché sparano?” (”Warum schießen die denn?”) Brauchtum ist für Nicht-Eingeweihte halt allzu oft unverständlich…

Fotoshooting

Irgendwo muss schließlich auch die Herbst-Winter-Kollektion fotografiert werden. Die Kinder scheinen Spaß an der Sache zu haben.  Weniger aufregend ist das Foto-Shooting für den, der für die Ausleuchtung verantwortlich ist…

Touristen

Für manche ist sie unheimlich, viele benutzen sie als Aschenbecher, einige sind begeistert – und ich weiß, dass genau die gleiche Statue auch in Prag steht (und mindestens drei anderen Städten). Doch der geheimnisvolle Kapuzenmann (oder -frau) ohne Inhalt gehört ebenso zum Stadtbild wie Touristen, Pferdeäpfel und Mozartkugeln.

Schwäne

Die Salzach-Seen sind ein beliebtes Naherholungsgebiet – nicht nur für Stadt-Salzburger, sondern auch für Schwan-Herden (gibt es sowas? Oder ist das eher ein Rudel? Eine Kolchose, ein Verbund, eine Gang?). Jedenfalls sind die schneeweißen Tiere im Gegenlicht wunderschön anzuschauen. Sobald sie zu fauchen beginnen, sollte man allerdings vorsichtig den Rückzug antreten…

Herz

Nicht nur Reisen in ferne Länder eröffnen neue Perspektiven. Auch bei einem Spaziergang durch die eigene Stadt kann man durchaus Überraschungen erleben. Und deshalb weiß ich jetzt, dass das Herz von Salzburg weder in der Getreidegasse, noch auf dem Residenzplatz schlägt. Auch nicht auf der Staatsbrücke, der Festung oder im Dom… Sondern dort, wo man im Alten Neues entdeckt (schön pathetisch, genau so sollte ein Stadt-Spaziergang abgeschlossen werden)!

Ein schöner Tag…

Von Ingrid, 7. November 2009 10:07

Das sind die kleinen Freuden eines Arbeitslebens – das Wochenende hat begonnen und zwei lange freie Tage liegen vor mir! Zwar wird sich reines “Nix-tun” nicht ganz ausgehen… Die nächste arbeitsmäßige Deadline ist für Montag angesetzt, d.h. einige Stunden vor dem Computer sind auch am Wochenende fix eingeplant.
Doch im trauten Heim fühlt sich auch Arbeit irgendwie nach Freizeit an.
Außerdem kann ich einiges erledigen, wofür ich unter der Woche einfach keine Zeit habe: Mit dem Rad an der Salzach entlang fahren, einkaufen (unter anderem einen Paris-Reiseführer! Über die Maria Empfängnis Feiertage gehts mit Stefan in die Stadt der Liebe!), Freundinnen und Freunde auf einen Kaffee treffen, kochen, lesen – und faulenzen!

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