Category: Glücksmomente

Welterbe Dolomiten – ein Plädoyer für die Schönheit der Natur

Von Ingrid, 20. August 2010 21:19

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Vor über einem Jahr wurden Teile der Dolomiten von der Unesco als Weltnaturerbe anerkannt. Natürlich war diese Entscheidung für die meisten Menschen ein Grund zur Freude: Immerhin werden nur “Gebiete von außergewöhnlicher Naturschönheit und ästhetischer Bedeutung” in die Liste aufgenommen. Gut für den Tourismus und das Südtiroler Ego also, eher schlecht für den Bau neuer Liftanlagen und Verbauungen (denn natürlich müssen solche Gebiete auch geschützt werden).

Doch an dieser Stelle soll es nicht darum gehen, zu polarisieren und auch nicht um die Folgen, die eine solche Auszeichnung hat. Es ist mir viel mehr ein Anliegen zu betonen, warum es sich die Dolomiten “verdient” haben, in dieses Welterbe aufgenommen zu werden. Als im Ausland lebende Südtirolerin (für all jene, die sich bemüßigt fühlen, laut zu protestieren. Ich spreche hier von politischen und geographischen Grenzen. Und dass der Brenner eine solche darstellt, scheint mir klar zu sein – daran ändert auch ein Brennerbasistunnel nichts.) habe ich die Schönheit meiner Heimat erst in den letzten Jahren so richtig zu schätzen gelernt.

Zwar hat mich die Vielfalt Südtirols auch früher schon beeindruckt: die sanften Hügel im Überetsch, die Palmen auf der Meraner Passerpromenade, der Schilfgürtel um den Kalterer See, die steilen Getreidefelder im Sarntal und eben die schroffe Bergwelt der Dolomiten.

Der Faszination dieser Gegend kann man sich kaum entziehen – die weißen Felswände, die Sagen, die sich um das Reich der Fanes ranken (sehr empfehlenswert, fesseln Kinder, aber noch mehr Erwachsene: die “Dolomitensagen” von Karl F. Wolff), die Alpenrosen und Enziane und wenn man Glück hat, kugelrunde Murmeltiere.

Erst kürzlich habe ich einen Besuch zu Hause genutzt, um mit meinem Vater die Rotwand zu erklimmen – natürlich nicht über die Wand selbst, sondern durch den Vajolonpass hinauf auf die Roda di Vael oder eben Rotwand (klingen diese Namen nicht herrlich nach Felsengeistern, der Königstocher Dolasilla und dem Zauberer Spina de Mul, der sich in Gewitternächten in ein Tierskelett verwandelt?) auf 2808 m. Den Masaré-Klettersteig, der über den Fensterlturm zum Tor de le Stries (Hexenturm) und dann zur Punta di Masaré führt, habe ich allein gewagt – und mich dann mit meinem Tata zu einer guten Speckknödelsuppe auf der Rotwandhütte getroffen.

Wunderbar, wie klein man sich fühlt angesichts dieser wortwörtlich “steinalten” Bergwelt – und gleichzeitig so frei, dass alle Sorgen des Alltags plötzlich ganz weit weg scheinen. Ein Weltnaturerbe, das Demut lehrt: Vor der Schönheit der Welt, auf der wir leben dürfen und die wir nach bestem Wissen und Gewissen bewahren sollen.

When in Rome…

Von Ingrid, 18. Juli 2010 19:12

Es ist tatsächlich so: Man kann nicht anders, als sich in Rom zu verlieben (in manchen Fällen ist es allerdings eine Hassliebe. Julia zum Beispiel strahlt, als sie uns “den schönsten Platz Roms”, einen kleinen Hinterhof fernab von Touristenströmen zeigt. Im gleichen Atemzug schimpft sie über den Schmutz, die heruntergekommenen Häuserfassaden und den Koch, der den Müll aus der Küche direkt auf dem Gehsteig abstellt.)

Ich habe die Lobeshymnen bisher für Übertreibungen von Touristen gehalten, die in drei Tagen alle Sehenswürdigkeiten bestaunen. Aber es stimmt wirklich: Rom fesselt, begeistert, macht süchtig. Das gilt sowohl für die “prima colazione”, ein schnelles Frühstück, das in meinem Fall aus Cappuccino und Cornetto alla Marmellata besteht, als auch für die vielen marmor-weißen Kirchtürme. Die schmutzigen Gehsteige gehören ebenso zur italienischen Hauptstadt wie die blühenden Bougainvillaen an der Hausmauer und die wasserspeienden Löwen / Elefanten / Schildkröten, welche die vielen Brunnen zieren.

Langer Rede kurzer Sinn – Rom ist wunderschön und einen Besuch wert. Siehe auch unten ;-)

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Unter der Sonne Italiens

Von Ingrid, 17. Juli 2010 15:35

Obwohl wir vor drei Stunden in der “ewigen Stadt” angekommen sind, haben wir beschlossen, das Sightseeing auf etwas später zu verschieben. Das Thermometer zeigt 42° C an – wir versuchen unsere Schweißdrüsen lahm zu legen, indem wir in Julias Wohnung auf dem kühlen Steinboden sitzen, uns möglichst nicht bewegen und  nur ab und zu einen Schluck aus der Wasserflasche nehmen.

Es ist gar nicht so leicht, regungslos zu bleiben: Immerhin ist Julia eine meiner ältesten Freundinnen und wir haben uns über ein Jahr lang nicht mehr gesehen. Julia war schon immer eine Italien-Liebhaberin; so verwundert es auch nicht, dass sie nach dem Studium in München in die italienische Hauptstadt übersiedelt ist. Hier schmeißt sie seit einiger Zeit alle Geschäfte, die Südtirol so mit dem Staat abwickelt. An diesem Wochenende hat sie sich Zeit genommen, für uns die Reiseführerin zu spielen.

Zur Erklärung von ganz vorne: Stefan und ich befinden uns seit Sonntag auf “Italy Roadtrip”. Im schwarzen Polo erkunden wir meinen Heimatstaat. Die bisherigen Stationen unserer Reise: Mailand – Genua – Pisa – Siena und jede Menge kleine Dörfchen in der Toskana.

An dieser Stelle sei versprochen: Ein ausführlicher Reisebericht folgt bestimmt. Im Moment überwiegt aber das Bedürfnis, mit Julia über die Ereignisse der vergangenen Monate zu reden, über gemeinsame Erlebnisse zu lachen und einfach ein bisschen zu “klatschen und tratschen”. Als “Antipasto” sozusagen hier ein paar Impressionen:

blaue stunde

riva

milano

vernazza

lago dell'accesa

sunflowers
toskana

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