Moschee Baba – Eine Abrechnung

Von Ingrid, 1. September 2010 21:01

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Bekanntermaßen gibt es seit einigen Jahren neben der realen Welt auch eine virtuelle Parallelwelt. Und ganz genau wie im “realen” Alltag tummeln sich im world wide web Kreative, Verrückte, Neugierige, Fanaten, Philosophen, Prediger, Visionäre und Naive.

Einen Einblick ins virtuelle Treiben bestimmter Gruppierungen, in menschenverachtende Dummheit und in grenzenlose Gleichgültigkeit möchte ich hier aus aktuellem Anlass geben. Mir ist durchaus bewusst, dass Aufmerksamkeit häufig erst geschaffen wird. Außerdem ist Aufmerksamkeit begrenzt  - man sollte sich also sehr genau überlegen, wem man seine Aufmerksamkeit schenkt bzw. welche Themen wichtig genug sind, um sich mit ihnen zu beschäftigen.

In einem sehr interessanten Seminar, das ich während meines Studiums besucht habe, wurde darüber diskutiert, wie Aufmerksamkeit einzustufen sei. Fazit: Aufmerksamkeit ist im Medien- und Informationszeitalter einer der wichtigsten gesellschaftliche Werte. Tagtäglich werde um unsere Aufmerksamkeit gebuhlt, von PolitikerInnen, KünstlerInnen, Konsumgüterkonzernen. Die Medien helfen dabei nach Kräften mit: Nachrichten, Werbung, Reportagen vermitteln uns, was gerade wichtig und “in” ist.

Dass Skandale leichter Aufmerksamkeit erregen als Gleichbleibendes, ist einleuchtend. Wer kann sich schon daran erinnern, wie dieser ewig verheiratete Fußballer heißt? Da bleiben Tiger Woods, Oliver Kahn und Boris Becker besser im Gedächtnis. Und wie war noch mal der Spruch auf den Wahlplakaten der SPÖ vor 4 Jahren? Keine Ahnung? “Mehr Mut für unser Wiener Blut. Zuviel Fremdes tut niemandem gut.” – so ein Slogan bleibt im Gedächtnis, und die FPÖ hat einmal mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit der ganzen Nation.

Doch genug vom Vorspann. Was ich eigentlich sagen wollte: Ich habe lange überlegt, ob ich in meinem Blog über diesen Aufreger berichten soll. Immerhin möchte ich der neuen Aktion der Freiheitlichen Partei nicht noch mehr Aufmerksamkeit bescheren als sie ohnehin bekommt (heute mittag hatte die Seite ca. 40.000 Besucher, gut 8 Stunden später – sicher auch dank exzessiver Medienberichte – über 90.000). Aber manchmal ist es halt einfach leichter, Stellung zu beziehen, als stumm zu bleiben.

Bevor ich einige Fragen aufwerfe, die mir seit den heutigen Morgennachrichten um halb 8 im Kopf herum geistern, kurz zum Hintergrund. Die FPÖ Steiermark hat sich als Wahlwerbung etwas ganz besonderes einfallen lassen. Das Computerspiel “Moschee Baba” funktioniert ähnlich wie der Spiele-Klassiker “Moorhuhn” – nur werden statt der Tiere Moscheen “abgeschossen”. Doch keine Angst, ganz so drastisch sei es nicht, betont der Landesgeschäftsführer der FPÖ, Georg Mayer, laut der Wiener Zeitung. Immerhin würden die aus dem Boden sprießenden Minarette nur mit Stoppschildern gestoppt. Der Ton erinnert trotzdem stark an Zielschießen – ich gebe es zu, ich habe es einfach probieren müssen. Abgebrochen habe ich das Spiel erst, als im “gesteigerten Schwierigkeitsgrad” auch noch bärtige Männer gestoppt werden sollten.

Eigentlich wollte ich meinen Ärger selbst in Worte fassen, aber besser als FM4-Autor Albert Farkas kann ich das wohl kaum.

Zum Schluss noch einmal zurück zur Aufmerksamkeit: Die wird laut Wikipedia häufig auch im Rahmen eines Ablenkungsmanövers erregt. Diese Taktik machen sich unter anderem Zauberkünstler, Kriegsherren und Taschendiebe zu Nutze. Oder eben die FPÖ – vielleicht um davon abzulenken, dass diese Partei einfach unwählbar ist und aus einem Haufen menschenverachtender Ignoranten besteht.

Welterbe Dolomiten – ein Plädoyer für die Schönheit der Natur

Von Ingrid, 20. August 2010 21:19

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Vor über einem Jahr wurden Teile der Dolomiten von der Unesco als Weltnaturerbe anerkannt. Natürlich war diese Entscheidung für die meisten Menschen ein Grund zur Freude: Immerhin werden nur “Gebiete von außergewöhnlicher Naturschönheit und ästhetischer Bedeutung” in die Liste aufgenommen. Gut für den Tourismus und das Südtiroler Ego also, eher schlecht für den Bau neuer Liftanlagen und Verbauungen (denn natürlich müssen solche Gebiete auch geschützt werden).

Doch an dieser Stelle soll es nicht darum gehen, zu polarisieren und auch nicht um die Folgen, die eine solche Auszeichnung hat. Es ist mir viel mehr ein Anliegen zu betonen, warum es sich die Dolomiten “verdient” haben, in dieses Welterbe aufgenommen zu werden. Als im Ausland lebende Südtirolerin (für all jene, die sich bemüßigt fühlen, laut zu protestieren. Ich spreche hier von politischen und geographischen Grenzen. Und dass der Brenner eine solche darstellt, scheint mir klar zu sein – daran ändert auch ein Brennerbasistunnel nichts.) habe ich die Schönheit meiner Heimat erst in den letzten Jahren so richtig zu schätzen gelernt.

Zwar hat mich die Vielfalt Südtirols auch früher schon beeindruckt: die sanften Hügel im Überetsch, die Palmen auf der Meraner Passerpromenade, der Schilfgürtel um den Kalterer See, die steilen Getreidefelder im Sarntal und eben die schroffe Bergwelt der Dolomiten.

Der Faszination dieser Gegend kann man sich kaum entziehen – die weißen Felswände, die Sagen, die sich um das Reich der Fanes ranken (sehr empfehlenswert, fesseln Kinder, aber noch mehr Erwachsene: die “Dolomitensagen” von Karl F. Wolff), die Alpenrosen und Enziane und wenn man Glück hat, kugelrunde Murmeltiere.

Erst kürzlich habe ich einen Besuch zu Hause genutzt, um mit meinem Vater die Rotwand zu erklimmen – natürlich nicht über die Wand selbst, sondern durch den Vajolonpass hinauf auf die Roda di Vael oder eben Rotwand (klingen diese Namen nicht herrlich nach Felsengeistern, der Königstocher Dolasilla und dem Zauberer Spina de Mul, der sich in Gewitternächten in ein Tierskelett verwandelt?) auf 2808 m. Den Masaré-Klettersteig, der über den Fensterlturm zum Tor de le Stries (Hexenturm) und dann zur Punta di Masaré führt, habe ich allein gewagt – und mich dann mit meinem Tata zu einer guten Speckknödelsuppe auf der Rotwandhütte getroffen.

Wunderbar, wie klein man sich fühlt angesichts dieser wortwörtlich “steinalten” Bergwelt – und gleichzeitig so frei, dass alle Sorgen des Alltags plötzlich ganz weit weg scheinen. Ein Weltnaturerbe, das Demut lehrt: Vor der Schönheit der Welt, auf der wir leben dürfen und die wir nach bestem Wissen und Gewissen bewahren sollen.

Ein Tag im Zoo

Von Ingrid, 14. August 2010 20:24

Zwei süße Luchs-Babies, frei umherstreifende Kattas, hungrige Geparden – heute war wieder mal Zoo-Tag. Gerade an Tagen wie diesem (nach einer langen, verregneten Nacht und einem Wetterbericht, der dringend von ausgedehnten Bergtouren abrät) ist der Zoo Salzburg in Hellbrunn einen Ausflug wert.

Dass es dann im Laufe des Tages doch noch sonniger wurde, scheint auch den Tieren gefallen zu haben. Wir haben heute jedenfalls eine hohe “Trefferquote” gehabt – das heißt, viele Tiere haben ganz in unserer Nähe gespielt, gefressen, geschlafen. Die Geparden zum Beispiel sind von ihrer üblichen Strecke abgewichen und so nahe wie möglich an den Zaun gekommen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass wir potentielle Beute sind – und die Raubkatzen hatten wirklich hungrige Augen!

Die schönste Überraschung wartete trotzdem im Luchsgehege: Zwei im Mai geborene Jungtiere beim Raufen zu beobachten ist definitiv sehr unterhaltsam! Vor allem wenn man bedenkt, dass die ziemlich großen Kätzchen in unseren Wäldern eigentlich heimisch sind – und leider sehr bedroht…

Doch wie meistens gilt auch heute – genug der Worte, hier sind die Bilder!

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